Baubiologisch konsequente Sanierung von 104 Bestandswohnungen aus den fünfziger Jahren

Zielsetzung war, konsequent alle Baustoffe von der Baustelle zu verbannen, die von sich nicht nachweisen können, ungiftig zu sein. Lehmputz war erste Wahl, eine ambitionierte Entscheidung für ein Projekt des gewerblichen Wohnbaus. Durch baubiologisch hochwertigen Wärmeschutz innerhalb der Fassade wird die Norm „KfW Effizienzhaus 55“ erreicht. Nachdem die baubiologische Belastung durch Fußbodenheizungen ein immer wiederkehrendes Thema bei Fachleuten ist, entschied man sich für ein Wandheizsystem. Konstruktiv ergibt die durchgehende Süd-West-Ausrichtung lichtintensive Innenflächen. Einbau eines Lüftungssystems. Dieses wehrt mit einem Spezialfilter nicht nur Pollen, sondern auch chemisch kontaminierte Luft ab. Eine ausgeklügelte Wärmerückgewinnung, die mit Keramikelementen arbeitet, hält zudem die Wärme im Raum. Das System wurde im großflächigen Etagenwohnungsbau so bisher noch nie eingesetzt. Das Dach wird biologisch hochwertig ausgeführt. Die extensive Dachbegrünung sorgt für eine ganz natürliche Klimatisierung der Dachflächen. Besonderes Novum ist die Bereitstellung von zwei solarbetriebenen Automobilen, das gerade Familien diese Fahrzeuge kostenlos nutzen und sich unter Umständen einen kostenintensiven Zweitwagen sparen können. CLAUDIA ECHTLER (*1965): Mein besonderes Augenmerk gilt dem Bauen im Bestand! Dabei ist die ökologische Sanierung der Proviantbachterrassen eine herausragende Aufgabe, der ich mit meiner ganzen Kraft verantwortungsvoll begegne. Nach meinem Abitur studierte ich 1985 bis 1992 Architektur an den Universitäten in Augsburg und Coburg. 1992 gründete ich mein eigenes Architekturbüro.