Bewährtes noch besser machen. Aus W+G 168

ARTIKEL AUS
"WOHNUNG + GESUNDHEIT" NR. 168
IBN – INSTITUT FÜR BAUBIOLOGIE + NACHHALTIGKEIT, D-83022 ROSENHEIM 

http://www.baubiologie.de

Die „25 Grundregeln“ heißen nun neu „25 Leitlinien“. Warum?
 
Unter Leitlinien versteht man empfehlende Handlungsanweisungen und als solche bringen sie deutlich besser zum Ausdruck, was damit gemeint ist. Schließlich können in der Praxis nicht immer alle Kriterien zu 100 % erfüllt werden. Entsprechend wird am Ende der neuen Leitlinien darauf hingewiesen, dass im Mittelpunkt der Betrachtung die Optimierung aller Kriterien im individuell machbaren Rahmen steht.
 
Ziele der Aktualisierung
 
• Bewährte Inhalte beibehalten.
• Sprache und Optik auffrischen und der  heutigen Zeit anpassen.
• Klarere Struktur zur besseren Orientierung. 
  Deshalb nun auch 5 Oberbegriffe mit jeweils 5  Unterpunkten. Piktogramme sollen den Sinngehalt  der Worte optisch nach dem
  Motto „Ein Bild sagt  mehr als 1000 Worte“ unterstützen.
• Alle Oberbegriffe und Unterpunkte sind gleich wichtig, daher keine Nummerierung.
• Für alle Zielgruppen ansprechend gestalten,  hierzu gehört auch eine bessere Verständlichkeit  für Laien, wie z. B. Bauherren.

 
Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen

• „Raumakustik und Schallschutz optimieren (inkl. Infraschall)“:
  Die alte Formulierung „Orientierung des Schall- und Vibrationsschutzes am Menschen“ war zwar richtig, jedoch schwer verständlich und wenig konkret formuliert.
• „Sinneseindrücke wie das Sehen, Hören, Riechen und Tasten fördern“:
  Diese Leitlinie gab es bislang nicht. Traurig, aber wahr, dass wir es für wichtig hielten, sie einzuführen, kann doch heutiges konventionelles Bauen mit industriell
  vorgefertigten Produkten, viel Kunststoff und Metall zu einer Verkümmerung unserer Sinne, insbesondere bei Kindern führen.
• „Auf naturnahe Lichtverhältnisse und Farben achten, flimmerfreie Leuchtmittel verwenden“:
  Nach Verbot von Glühlampen (2009) und Halogenlampen (9/2018) werden fast nur noch Lampen angeboten, die flimmern, was mit gesundheitlichen Risiken verbunden
  ist (vgl. Seiten 30 und 32). Dabei kann man auch LED-Lampen so konstruieren, dass sie nicht flimmern.
• „Regionale Baukultur und Handwerkskunst fördern“:
  Auch dieser Punkt ist neu, weil wir Baukultur und Kreativität als menschliche Grundbedürfnisse sehen und weil das Handwerk darüber hinaus auch wichtige, schöne und
  sinnvolle Arbeitsplätze bietet. • Viele Neuerungen bietet der Oberbegriff „Ökosozialer Lebensraum“. Die hier aufgeführten Leitlinien sollen ein gesundes, naturnahes,
  nachhaltiges und schönes Lebensumfeld auf dem Land und in der Stadt ermöglichen.

 
Einsatzmöglichkeiten

• Leitfaden für baubiologische Beratungen, Planungen und Ausführungen.
• Infomaterial für Bauherren, Fachplaner und Interessenten.


 
25 Leitlinien-Team

Wie auch schon 2005, so wurde zur Aktualisierung der 25 Grundregeln auch dieses mal ein Team von erfahrenen, ganzheitlich handelnden und gut in die Praxis integrierte BaubiologInnen gebildet, das eine Herkulesaufgabe zu bewältigen hatte. Nicht nur, dass sich mehrere Fachleute mit unterschiedlichen Qualifikationen einigen mussten, nein, es gab auch noch ein über Jahre vom IBN zusammengestelltes Kompendium mit inhaltlichen Vorgaben sowie zahlreiche Hinweise weiterer Fachleute zu berücksichtigen. Wir sind davon überzeugt, dass mit viel Teamgeist, Herz und Verstand etwas sehr Gutes entstanden ist.
Allen, die bewusst oder unbewusst zum Gelingen beigetragen haben, gilt der Dank des IBN. Mögen die neuen 25 Leitlinien dazu beitragen, dass ein gesünderes, nachhaltigeres und schöneres Lebensumfeld entsteht. 
 
 
 
"TEAM ZUR AKTUALISIERUNG DER 25 LEITLINIEN DER BAUBIOLOGIE“:
 
•  Pamela Jentner, Dipl.-Biologin (Teamleitung)
•  Christian Kaiser, Architekt (Piktogramme u. a.)
•  Marlene Korff, Innenarchitektin
•  Ulrich Bauer, Architekt
•  Dirk Dittmar, Geophysiker
•  Johannes Schmidt, Baub. Messtechniker
•  Winfried Schneider, Architekt, Geschäftsführer IBN

Alle Teammitglieder sind auch Baubiologen IBN.   Weitere Fachleute steuerten wertvolle Impulse bei.