Gegen Feuchtigkeit, für ein angenehmes Raumklima.

Tipps zur Inbetriebnahme, zum Heizen und Lüften des Kellers.

„Um den Wohnkomfort von Anfang an so hoch wie möglich und die Baufeuchte so gering wie möglich zu halten, werden die Betonwände eines Fertigkellers schon unmittelbar nach der Vorfertigung im Werk getrocknet“, sagt der GÜF-Vorsitzende Dirk Wetzel. In Trocken- oder Härtekammern werde dem Beton die Feuchtigkeit entzogen und der Erhärtungsprozess dadurch beschleunigt. Auf der Baustelle werden die industriell vorgefertigten Hohlwände exakt zusammengesetzt und mit wasserundurchlässigem Beton zu einer monolithischen Wand verfüllt. Gleichzeitig werden die vorgefertigten Innenwände gesetzt und schließlich die Kellerdecke betoniert.

Nach einer Trocknungsphase von etwa zwei bis drei Wochen kann es mit dem Hausbau weitergehen. In der Zwischenzeit sollte die Kellerdecke nicht übermäßig belastet werden, zum Beispiel durch abgestellte Ausbaumaterialien. Es empfiehlt sich außerdem, den Keller bis zur Hausmontage mit Folie abzudecken, um ein Eindringen von Niederschlagswasser durch die bereits vorhandenen Deckendurchbrüche, etwa für die Treppe ins Erdgeschoss oder Anschlüsse für die Haustechnik, zu verhindern. „Der Keller sollte jetzt regelmäßig gelüftet werden, auch um die Oberflächen für den Innenausbau hinreichend zu trocknen“, sagt Wetzel.

Sobald das Haus steht und das Dach eingedeckt ist, können die Innenräume ausgebaut werden – auch im Keller: dabei werden die Fugen zwischen den Fertigbauteilen geschlossen, ebenso die Wand- und Deckendurchbrüche. Auf der Bodenplattenoberseite wird eine Abdichtung aufgebracht, der Estrich wird eingebaut und wenn dieser getrocknet ist, folgen Maler- und Tapezierarbeiten sowie Bodenbeläge und Innentüren. Für die Wände empfiehlt sich ein möglichst offenporiger Anstrich wie zum Beispiel Naturdispersionsfarbe. „Dadurch kann die Restfeuchte umso besser abtrocknen und dies geschieht durch Heizen und Lüften schließlich auch noch im bewohnten Zustand“, sagt Wetzel. Er rät, Möbel, Umzugskartons & Co. in der Anfangszeit mit Bedacht im Untergeschoss zu lagern beziehungsweise aufzustellen. Bei ausreichend großem Abstand von mindestens fünf Zentimetern zur Wand werde eine Zirkulation der Luft an der Wandfläche gewährleistet und das Risiko von Feuchteschäden minimiert. Wandbilder sollten etwa mit kleinen Korkscheibchen auf Distanz gebracht werden.

„Im gesamten Haus und gerade auch im Keller sollten die Bewohner darauf achten, warme feuchte Luft aus dem Gebäudeinneren abzuführen und durch nachströmende kühle möglichst trockene Luft zu ersetzen. So werden die Bildung von Kondensat und daraus möglicherweise resultierende Stockflecken oder Schimmelpilze vermieden“, sagt der Kellerexperte und empfiehlt, zweimal täglich circa drei bis fünf Minuten quer durch den gesamten Keller stoßartig zu lüften, damit die Luft ausgetauscht wird, aber Wände und Einrichtungsgegenstände nicht auskühlen. An feucht-warmen Tagen oder bei Nebel sollte hingegen nur sehr verhalten gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit auf einem wohngesunden Niveau von etwa 50 bis 60 Prozent zu halten. Die ideale Temperatur in einem Nutzkeller beträgt 10 bis 15 Grad, bei Wohnkellern darf es gerne wärmer sein. GÜF/FT

 

Expertentipp: Wird das Untergeschoss zum Trocknen der Wäsche genutzt oder befinden sich eine Sauna oder eine Dusche im Keller, so sollte länger und öfter quer gelüftet werden. Darüber hinaus sollte die Feuchtigkeit über ein gekipptes Fenster oder mithilfe einer automatischen Be- und Entlüftungsanlage entweichen können. Zudem sollte bei einer Sauna der Abstand zur Wand mindestens zehn Zentimeter betragen.

 

Gütegemeinschaft Fertigkeller e.V. Pressestelle
Bildrechte freigegeben