Gewährleistung: Was gilt im Handwerk.

Gewährleistung: Was gilt im Handwerk? Leistung ist für die Gewährleistung entscheidend!

Ein Handwerker kann Erfüllung eines Mängelgewährleistungsanspruchs des Auftraggebers ablehnen, wenn die Verjährungsfrist der Mängelansprüche abgelaufen ist. Die Gewährleistungsfrist beginnt grundsätzlich mit der Abnahme zu laufen. Deshalb sollte ein Handwerker nach Ausführung seiner Arbeiten besonderen Wert darauf legen, dass der Auftraggeber das Werk so schnell wie möglich abnimmt.

Die Länge der Verjährungsfrist der Mängelansprüche kann im bestimmten Maße vertraglich vereinbart werden. Ohne gesonderte Vereinbarung verjähren die Mängelansprüche bei Werkleistungen bei einem Bauwerk in fünf Jahren ab Abnahme.

Ein Bauwerk ist jede unbewegliche, durch Verwendung von Arbeit und Material in Verbindung mit dem Erdboden hergestellte Sache. Zudem muss die Werkleistung für die Konstruktion, den Bestand, die Erhaltung oder die Benutzbarkeit des betreffenden Gebäudes eine wesentliche Bedeutung haben. BeiErneuerungs- und Reparaturarbeiten muss die Leistung ihrer Art und ihrem Umfang nach mit Errichtungsarbeiten vergleichbar sein. Werden Teile eingebaut, müssen diese mit dem Gebäude fest, d.h. eng und dauerhaft, verbunden werden.

Diese Voraussetzungen werden regelmäßig erfüllt sein, wenn die Werkleistung auf die Substanz des Bauwerks einwirkt und nicht nur unerhebliche Kosten verursacht – zum Beispiel: Einbau einer Zentralheizung, Einbau einer maßgefertigten Einbauküche, Ersteinbau einer Klimaanlage, umfangreiche Malerarbeiten im Rahmen einer vollständigen Renovierung eines Hauses und Errichtung einer Auf-Dach-Photovoltaikanlage.

Demgegenüber beträgt die Gewährleistungsfrist nur zwei Jahre, wenn die Arbeiten des Handwerkers kein Bauwerk in der vorstehend beschriebenen Weise betreffen, wie beispielsweise einfache Instandsetzungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen geringen Ausmaßes.

Haben die Parteien § 13 Abs. 4 VOB/B wirksam vereinbart beträgt die Gewährleistungsfrist für Werkleistungen bei Bauwerken vier Jahre, für andere Leistungen zwei Jahre. Besondere Vorschriften gelten in diesem Fall für Feuerungsanlagen sowie für bestimmte maschinelle, elektrotechnische und elektronische Anlagen.

Lesen Sie hier den Artikel aus der Deutschen Handwerks Zeitung DHZ.