Massives Bauen ohne Wärmedämm-Verbundsystem

Auszug aus Wohnung + Gesundheit, Zeitschrift für Baubiologie

Nicht wenige Bauherren, Planer und Handwerker glauben, dass entspr. der aktuellen Energieeinsparverordnung Gebäude in Massivbauweise nicht mehr ohne Wärmedämm-Verbundsystem gebaut werden können, geschweige denn Passivhäuser.

Nicht wenige Bauherren, Planer und Handwerker glauben, dass entspr. der aktuellen Energieeinsparverordnung Gebäude in Massivbauweise nicht mehr ohne Wärmedämm-Verbundsystem gebaut werden können, geschweige denn Passivhäuser. Dem ist nicht so, denn hierfür gibt es mittlerweile einige hochwärmedämmende Massivbaustoffe z.B. aus Ziegel, Porenbeton oder Blähton. Dies ist erfreulich, denn eine Bauweise ohne Wärmedämm-Verbundsystem ist meist preiswerter und gilt als länger haltbar.

Einfach ist es nicht, die hohen Anforderungen der EnEV, geschweige denn die des Passivhaus-Standards mit massiven Baustoffen zu erfüllen. Möglich wird dies aber, wenn man u.a. folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Verwendung wärmedämmender Mauersteine mit einer Wärmeleitfähigkeit < 0,08 W/m²K und einer Dicke <36,5 cm, für Passivhäuser >49 cm. Damit können zusammen mit Leichtputzen und Dünnbettmörtel Wärmedurchgangswert (U-Wert) von unter 0,20 W/m²K erreicht werden. Aus baubiologischer Sicht sollten Leichtputze keine „organischen“ Zusätze (i.d.R. aus Polystyrol), sondern mineralische Zuschläge (z.B. Perlite) enthalten.
  • Einsatz von wärmedämmenden Sonderbauteilen wie z.B. Fensterstützen oder Rollladenkästen.
  • Gute Wärmedämmung auch aller anderen Bauteile wie Dach, Fenster, Haustüre u.a.
  • Kompakte Bauform.
  • Detailplanung unter konsequenter Vermeidung von Wärmebrücken und Luftundichtigkeiten.
  • Ausrichtung der Fensterflächen vorwiegend nach Süden (auf Sonnenschutzeinrichtungen wie z.B. Jalousien achten!).
  • Vor allem im Winter auf der Südseite großflächige Verschattungen der Fenster z.B. durch Bäume vermeiden.

Der tatsächliche Wärmebedarf wird letztendlich auch durch die Tatsache reduziert, dass massive Wände solare Wärme speichern können.

Wichtig: Gut wärmedämmende Bausteine haben eine geringe Rohdichte.

Beitrag: Arch. Winfried Schneider, IBN
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