Welche Faktoren entscheiden, ob ein Gebäude nachhaltig ist?

Mit dem Brundtlandt-Bericht und der 1992 folgenden UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (auch als Erdgipfel oder Rio-Konferenz bekannt) verankerte sich diese Definition zur Nachhaltigkeit, bei der soziale, ökologische und ökonomische Ziele gleichrangig angestrebt werden, als Fundament für folgen de globale politische Strategien.
„Nachhaltigkeit“ als Begriff und Konzept des verantwortungsbewussten Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen geht auf den sächsischen Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz zurück. In seinem 1713 erschienenen forstwirtschaftlichen Werk „Sylvicultura oeconomica“ formulierte Carlowitz erstmals das Prinzip der Nachhaltigkeit zur langfristigen Sicherung des Holzbedarfs. Sein Leitgedanke: Nur so viel Holz zu entnehmen wie auch nachwachsen kann, sodass dauerhaft ausreichend Holz zur Verfügung steht.

Welche Faktoren entscheiden, ob ein Gebäude nachhaltig ist?

„Der Begriff Nachhaltigkeit lässt sich nicht auf eine einzige Kennzahl herunterbrechen, wie zum Beispiel die CO2-Emissionen“, erklärt Burkhart Lehmann, Geschäftsführer des Instituts Bauen und Umwelt (IBU). Denn „verbaute Produkte entfalten ihre Wirkungen auf die Umwelt erst am Gebäude im Zusammenspiel mit anderen Bauprodukten in einer bestimmten Einbausituation.“


Erst wenn klar ist, was in jedem Einzelteil steckt, welche Ressourcen für jede Stahlplatte, jeden Stein, jeden Liter Farbe, jedes Kilogramm Dämmstoff genutzt wurden, lässt sich die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit eines Gebäudes bewerten. Umwelt-Produktdeklarationen ermöglichen genau das. Sie dokumentieren, welche Grundstoffe mit welchem Energieaufwand in ein Bauprodukt einfließen und welche Umweltwirkungen von Herstellung über Nutzungsdauer bis zu Entsorgung oder Recycling entstehen.


Das IBU hat jetzt einen neuen Erklärfilm veröffentlicht, der den Weg zur Gebäudezertifizierung mit EPDs zeigt.

„Die Integrale Planung ist das A und O“, so Burkhart Lehmann. Das bedeutet, Bauherren, Planer und Architekten berücksichtigen bereits in der Entwurfsphase die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte, um die ideale Kombination von Bauprodukten und -komponenten auszuwählen.

Den Artikel lesen und den Film ansehen können Sie hier.