Umfrage

Umfrage: Hersteller schätzen Bedürfnisse der Architekten falsch ein Architekten fordern hochwertige Bauprodukte – fast um jeden Preis

Wissen, was der Kunde erwartet, und diese Erwartungen dann auch erfüllen – das ist das A und O in der Geschäftswelt. Die Hersteller der Bau- und Installationsbranche funken aber offenbar nicht auf der gleichen Wellenlänge wie die Architekten, die ihre Produkte verbauen sollen – zumindest was die wichtigsten Eigenschaften der Baustoffe angeht. Das ist das Ergebnis einer Studie von Bau Info Consult, für die 180 Bauplaner und 112 Hersteller befragt wurden.

„Welche Eigenschaften muss ein qualitativ hochwertiges Bauprodukt erfüllen, um von echter Qualität sprechen zu können?“ lautete die Frage an die Architekten. Lange Haltbarkeit/geringer Verschlei0, Fertigung aus hochwertigen Materialien und schnell zu verarbeiten waren die drei Top-Antworten, wobei die beiden erstgenannten mit 53 bzw. 47% der Nennungen weit vorne liegen.

Auf die gleiche Frage habe es bei den Herstellern keine Schwerpunkte in den Antworten gegeben. Am ehesten sei noch die einfache Verarbeitung genannt worden. Insgesamt hätten nur vergleichsweise wenige Anbieter ähnliche Aspekte wie ihre Kunden genannt. Oder anders formuliert: Sie haben nur eine vage Vorstellung vom Qualitätsverständnis der Architekten. Dabei könnte eine genaue Kenntnis entscheidende Vorteile gegenüber der Konkurrenz bringen.

Noch weiter daneben liegen die Hersteller bei der Einschätzung, wo ihre Kunden aus Kostengründen Abstriche akzeptieren würden. Denn weil Qualität ihren Preis hat, lassen sich hier zuweilen nicht alle Ansprüche in gleichem Umfang erfüllen. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Qualität und Preis, in dem ein akzeptabler Kompromiss gefunden werden muss. 40 % der Architekten gaben an, auf eine schnelle, 20 % auf eine einfache Verarbeitbarkeit am ehesten zu Gunsten eines günstigeren Preises verzichten zu können. Und die als design- und optikorientiert geltenden Planer sind sogar bereit, Einbußen in diesem Bereich zu akzeptieren.

Die Hersteller meinten in überwiegender Zahl, Planer und Verarbeiter würden am leichtesten auf umweltfreundliche Entsorgung oder Herstellung verzichten, auf hochwertige Materialien oder auf Haltbarkeit. Ein fataler Irrtum: Bei wem Umweltfreundlichkeit ein bloßes Marketing-Lippenbekenntnis ist, produziert an den Prioritäten der Architektur vorbei, die ihrerseits kaum an den Umweltaspekten sparen möchten. Und die Hochwertigkeit der Materialien war doch von den Architekten gerade als ein besonders wichtiges Qualitätsmerkmal genannt worden.